TOYOTA 2T-G Motor mit T50 Getriebe: Komplett revidiert!

Der 2T-G Motor von Toyota in Kooperation mit Yamaha war in den 70er Jahren der japanische ALFA Motor. Mit zwei obenliegenden Nockenwellen, den Doppel-Flachstromvergasern von Solex (in Lizenz als Mikuni Solex in Japan produziert) und den Querstrom Zylinderkopf mit hemisphären Brennraum (Halbkugel) von Yamaha hatte dieser TOYOTA Motor schon sehr viele Rennsport-Module in sich.

Japanische Kooperation in den 70er Jahren: TOYOTA und YAMAHA

TOYOTA verbaute diese Motore in dem 1.600er Topmodell der Serie Celica und Corolla. Beim Celica hieß es GT und beim Corolla LEVIN. Immer im Zusammenspiel mit dem T50 Getriebe. Dieses hatte 5 vollsynchronisierte Gänge, wobei der 5te Gang ein Schon/Spargang war („untersetzt“). Sogar im Toyota Corolla GTi, AE86, welcher ab 1983 gebaut wurde, kam dieses T50 Getriebe zum Einsatz.

2T-G Motor mit T50 Getriebe serienmäßig beispielsweise im Toyota Celica TA23 GT von 1976, das Foto zeigt eine andere von mir komplett revidierte PowerUnit in eingebautem Zustand

Das Geniale an der PowerUnit ist die Einfachheit. Für das Überholen von Motor und Getriebe brauchst Du in Wirklichkeit gar kein Spezialwerkzeug. Du findest in beiden Aggregaten keine ums-eck-denkende Technik. Wenn Du dich für Motorenbau interessiert, meine Empfehlung: Nimm Dir den TOYOTA 2T-G Motor.

Corona und Winter. Idealer Zeitpunkt um einen schon etwas länger gelagerten Motor mit 130.000 Kilometer sowie ein T50-Getriebe mit Lagergeräuschen und defektem Synchronkörper zu revidieren.

So hat der 2T-G Motor vor der Revidierung ausgesehen.

Auf diesem Bild könnt ihr schon den Aufwand in Zeit und Geld erahnen. Es ist aber Winter und der dauert länger als so manche behaupten. Also ran ans Werk. Beim Zerlegen sparst Du die meiste Zeit. Gleich alles ordentlich beschriften und in smarte Ordnung bringen. Beim Zerlegen gilt: Tempo raus. Zeit nehmen für ordentliche Beschriftung und Lagerung.

Der nächste Schritt ist die Säuberung aller Teile. Dies ist meist ein mehrstufiger Prozess. Manche reinigen den Motor vor der Zerlegung mit Kaltreiniger, ich habe mich dafür entschieden die Teile im Teilewaschgerät vorzureinigen.
Nach der Erstreinigung können schon einzelne Teile auf Beschädigung und Abnutzungsgrad geprüft werden.

Gut, wenn ausreichend Platz zur Verfügung ist. Tempo raus beim Zerlegen. Ordnung bewahren.

Den Zylinderkopf habe ich komplett zerlegt und einem Zylinderkopfschleifer (Aichinger Motore, 3532 Rastenfeld) gegeben. Der hat den Kopf auf Risse und Dichtheit geprüft, endgereinigt und die Fläche plangeschliffen. 0,25 mm wurde dabei abgenommen. Nachdem ich die Standard-Zylinderkopf-Dichtung einbaue (Stärke: 1,8 mm) wird der Motor eine etwas höhere Verdichtung haben. Gut so.

Die Ventile habe ich selber glasperlgestrahlt und eingeschliffen. Da ich im Lager einen neuen Ventilfedernsatz (16 Stück – hat innen und außen Federn) vorrätig hatte, fand dieser im frisch geschliffenen Zylinderkopf seinen neuen Wirkungsbereich.

wenn das in Wirklichkeit auch so schnell gehen würde

Die Nockenwelle und die Stösseltassen wurden gereinigt, kontrolliert und weil alles okay war, wieder eingebaut. Anschließend das Ventilspiel bei allen 8 Ventilen auf den Sollwert eingestellt.

Die Kurbelwelle wurde kontrolliert. Wobei die Hauptlager in gutem Zustand waren und wieder verwendet wurden. Die Pleuellager wurden vorbeugend erneuert – waren aber eigentlich auch in gutem Zustand. Das Axialspiel der Kurbelwelle wurde geprüft und für OKAY befunden.

Die Kolben wurden mit Pleuelstange ausgebaut. Die Kolbenringe abgenommen und die Kolbenring-Nuten wie die Kolben alssolche mit Drahtbürsten-Geräten gereinigt.
Die Zylinderwände mit entsprechendem Ahlwerkzeug feingeschliffen.

Die Solex Mikuni Vergaser wurden von Helmut Kniezanrek, 1020 Wien komplett überholt. Die Reparatursätze habe ich ihm beigestellt.

Auspuffkrümmer mit Abgasprüf-Bohrungen für jeden Zylinder extra

Damit dann auch die Vergaser optimal eingestellt werden können, habe ich den Abgaskrümmer mit Abgas-Prüf-Bohrungen für jeden einzelnen Zylinder versehen.

Lichtmaschine und Starter wurden von der Firma Grüko, 1220 Wien komplett überholt.
Der Schwung wurde von der Firma Bentza, 3100 St. Pölten abgedreht.
Thermostat überprüft, es funktionierte, daher wieder eingebaut.

Sämtliche Teile wurden nach der Reinigung/Glasperlstrahlung/Korundstrahlung in entsprechender Farbe lackiert.

Nach der Glasperl/Korund-Strahlung wurden alle Teile in entsprechender Farbe lackiert

Folgende Teile wurden erneuert:
1) alle Ventilfedern (16 Stück – Doppelfedern)
2) Wasserpumpe
3) unterer Kettenspanner und Gleitschiene
4) Kupplungsscheibe
5) Spurzapfenlager
6) Drucklager
7) alle Dichtungen
8) Zündkerzen (Denso W20 EXR-U)
9) Keilriemen
10) Kontakt und Kondensator
11) oberer Kettenspanner
12) Pleuellager
13) vorderer und hinterer Motor-Simmering
13) die wesentlichen Getriebelager
14) Gleitsteine (wurden von einem begnadeten CNC-Fräser nachgefertigt und gehärtet).

Schwung abgeschliffen, neue Kupplung, überprüfter, gereinigter Druckkorb, neues Spurzapfenlager

Das Toyota T50 Getriebe

Das T50 Getriebe machte im Fahrbetrieb Geräusche, außerdem ließ sich der fünfte Gang nur mit Zwischengas schalten. Ein Zeichen dafür, dass es etwas mit dem Synchronkörper hat. Also ran ans Werk. Reinigen. Zerlegen. Reinschauen. Prüfen.

zerlegtes Toyota T50 Getriebe

Auf dem folgenden Bild schön erkennbar: Das fehlende Eck bei Gleitstein 2 und 3.

Bei den mit Pfeil gekennzeichneten Gleitsteinen ist der linke Teil abgebrochen

Wie schon erwähnt, ich kann es aber nicht oft genug sagen. Mit Hilfe eines genialen und glücklicherweise befreundeten CNC-Fräser konnte ich nach überschaubarer Zeit die nachgebauten Gleitsteine wieder einbauen. 4 Lager erneuerte ich. Diese sind SKF Standardware und kosten um 20 Euros per Stück.

Meist verursachen die äußeren Lager die Geräusche. Die Inneren sind kaum defekt.

Nach Erneuerung und Zusammenbau der einzelnen Getriebe-Teile war es dann so weit. Alle Schrauben wieder auf ihrem Platz. Es gibt zwar Dichtsätze in USA oder in Europa als Altbestand zu kaufen. Ich habe mich aber für Selbstabdichtung mit Dichtmasse entschieden. Die beiden Wellendichtringe haben gut ausgesehen, habe ich belassen.

Motor und Getriebe habe ich außerhalb des Autos bereits zusammengeschraubt. Denn Toyota ermöglicht auf einfache Weise den Aus-/und Einbau so einer PowerUnit.

Einbaufertige TOYOTA Power-Unit 2T-G 4-Zylinder-Motor mit T50 Getriebe.

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